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Pectoralis-Riss: Riss des großen Brustmuskels
Ein Pectoralis-Riss ist die Ruptur des großen Brustmuskels (Musculus pectoralis major) – meist an der Sehne, dort wo der Muskel am Oberarmknochen ansetzt. Typischer Auslöser ist eine plötzliche exzentrische Belastung bei gestrecktem, nach außen gedrehtem Arm, am häufigsten beim Bankdrücken. Betroffen sind überwiegend Männer zwischen 20 und 40 Jahren im Kraft- und Kontaktsport.
Bei vollständigen Sehnenrissen ist eine operative Refixierung innerhalb weniger Wochen das Verfahren mit den besten funktionellen Ergebnissen. Entscheidend ist deshalb die rasche Abklärung.
Verdacht auf Pectoralis-Riss? Klinische Untersuchung und Bildgebung sollten innerhalb weniger Tage erfolgen. Jetzt Termin vereinbaren!
ÜBERSICHT
Was ist ein Riss des großen Brustmuskels?
Der Musculus pectoralis major ist der große, fächerförmige Brustmuskel. Er entspringt am Schlüsselbein, am Brustbein und an den oberen Rippen und setzt mit einer kräftigen, zweischichtigen Sehne am Oberarmknochen an. Seine Hauptfunktionen sind das Heranführen des Arms an den Körper (Adduktion), die Innenrotation und das Vorführen des Arms.
Reißt dieser Muskel- Sehnen- Komplex führt dies zum deutlichen Kraftverlust, insbesondere bei Adduktion und Innenrotation.
Wo genau reißt der Brustmuskel?
| Rissort | Häufigkeit | Behandlungstendenz |
|---|---|---|
| Sehnenansatz am Oberarmknochen | häufigste Lokalisation | meist operativ |
| Muskel-Sehnen-Übergang | seltener | abhängig von Ausmaß und Anspruch |
| Muskelbauch | selten | überwiegend konservativ |
| Knöcherner Ausriss am Oberarm | sehr selten | operativ |
Wie entsteht ein Pectoralis-Riss?
Der typische Mechanismus ist eine exzentrische Belastung: Der Muskel wird gegen Widerstand gedehnt, während er gleichzeitig maximal angespannt ist. Beim Bankdrücken tritt das in der tiefsten Position der Hantelstange auf – dem Punkt der größten Sehnenspannung.
Häufige Auslöser
- Krafttraining: Bankdrücken mit hohem Gewicht, insbesondere in der Endphase der Abwärtsbewegung
- Ringen, Judo, Rugby, American Football: Gegnerkontakt bei abduziertem Arm
- Sturz auf den nach hinten gestreckten Arm
Bekannte Risikofaktoren: anabole Steroide, schnelle Trainingssteigerung ohne Anpassungsphase, vorbestehende Sehnenschädigung, unzureichendes Aufwärmen.
Welche Symptome deuten auf einen Brustmuskelriss hin?
Der Riss macht sich fast immer im Moment der Verletzung bemerkbar: ein hörbares oder spürbares Reißen, gefolgt von plötzlichem, scharfem Schmerz im vorderen Schulter- und Brustbereich.
Typische Zeichen im Verlauf:
- Blutergüsse an Brust, Achselhöhle und Oberarm, oft erst nach 24–72 Stunden sichtbar
- Schwellung im vorderen Schulterbereich
- Sichtbare Asymmetrie: Die vordere Achselfalte fehlt oder ist abgeflacht, die Brustkontur wirkt seitenungleich – besonders deutlich beim Anspannen gegen Widerstand
- Kraftverlust beim Heranführen des Arms und bei Innenrotation
- Tastbare Delle zwischen Muskel und Oberarmknochen
Wann sollte man sofort ärztlich abklären lassen?
Bei hörbarem Riss, sofortigem Kraftverlust und sichtbarer Seitendifferenz sollte die Abklärung innerhalb weniger Tage erfolgen. Der Grund: Bei vollständigen Sehnenrissen ist die Operation im akuten Stadium technisch einfacher und funktionell erfolgreicher als eine späte Rekonstruktion.
Wie wird ein Pectoralis-Riss diagnostiziert?
Die Diagnose stützt sich auf drei Schritte:
- Klinische Untersuchung – Seitenvergleich in Ruhe und unter Anspannung, Prüfung der vorderen Achselfalte, Kraftprüfung in Adduktion und Innenrotation, Tasten des Sehnenverlaufs.
- Ultraschall – dynamische Beurteilung, unmittelbar in der Ordination verfügbar, gut geeignet zur ersten Einordnung.
- MRT – Standard zur genauen Bestimmung von Rissort, Ausmaß (Teil- vs. Komplettriss) und Retraktion der Sehne. Sie ist die Grundlage der Operationsplanung.
Ein Röntgenbild wird ergänzend eingesetzt, um einen knöchernen Ausriss auszuschließen.
Entscheidend: Ein Teilriss und ein vollständiger Sehnenausriss verursachen ähnliche Beschwerden, erfordern aber unterschiedliche Behandlungen. Die Unterscheidung gelingt zuverlässig nur mit Bildgebung.
Wann wird konservativ, wann operativ behandelt?
Diese Frage lässt sich nicht am Verletzungshergang beantworten, sondern nur am Befund. Die Abklärung erfolgt in der Ordination von OA Dr. Gustav Timmel im MSV Ärztezentrum in Wien – beginnend mit einer ersten klinischen Untersuchung.
Bei diesem Termin wird der Arm im Seitenvergleich geprüft, die vordere Achselfalte beurteilt und die Kraft in Adduktion und Innenrotation getestet, ergänzt durch eine Ultraschalluntersuchung. Daraus ergibt sich, ob ein Teilriss oder ein vollständiger Sehnenriss vorliegt und ob eine MRT zur genauen Bestimmung von Rissort und Sehnenrückzug erforderlich ist.
Die Festlegung auf ein Behandlungsverfahren erfolgt anschließend in der Befundbesprechung – gemeinsam mit dem Patienten und auf Basis dieser Kriterien:
- Rissform und Rissort – Teilriss, vollständiger Sehnenriss oder knöcherner Ausriss
- Zeit seit der Verletzung – entscheidet darüber, ob eine direkte Refixierung noch möglich ist
- Sportlicher und beruflicher Anspruch – Kraft- und Kontaktsport stellen andere Anforderungen als reine Alltagsbelastung
- Alter und Vorerkrankungen
Als Orientierung gilt: Vollständige Sehnenrisse am Oberarmansatz werden bei sportlich aktiven Patienten operativ versorgt. Teilrisse und Risse im Muskelbauch lassen sich in der Regel konservativ behandeln.
Die konservative Behandlung umfasst Ruhigstellung, abschwellende Maßnahmen und einen strukturierten physiotherapeutischen Belastungsaufbau.
Wie läuft die Operation ab?
Bei der Refixierung wird die abgerissene Sehne wieder an ihrem ursprünglichen Ansatz am Oberarmknochen verankert – über Fadenanker oder transossäre Nähte. Der Zugang erfolgt über einen Schnitt im Bereich der vorderen Achselfalte.
Ist der Riss älter und die Sehne bereits zurückgezogen und vernarbt, kann eine direkte Refixierung nicht mehr möglich sein. In diesem Fall ist eine Rekonstruktion mit Sehnentransplantat erforderlich – ein aufwendigeres Verfahren. Das ist der medizinische Grund, warum die frühe Abklärung so viel Gewicht hat.
Voruntersuchung, Befundbesprechung und die gesamte Nachbetreuung finden in der Ordination im MSV Ärztezentrum, Invalidenstraße 11/2a, 1030 Wien statt. Dort werden auch die näheren Details zur Operation besprochen.
Wie lange dauert die Heilung nach einem Pectoralis-Riss?
Nach operativer Versorgung dauert es in der Regel etwa 6 Monate bis zur vollen sportlichen Belastbarkeit, bei Kraftsport mit maximalen Gewichten bis zu 9–12 Monate. Der Verlauf ist in Phasen gegliedert:
| Phase | Zeitraum | Empfehlungen |
|---|---|---|
| Schutzphase | Woche 0–6 | Ruhigstellung in der Schlinge, passive Bewegung in definierten Grenzen, keine aktive Adduktion oder Innenrotation gegen Widerstand |
| Mobilisation | Woche 6–12 | schrittweise aktive Bewegungserweiterung, isometrisches Training |
| Kraftaufbau | ab Monat 3 | progressiver Widerstandsaufbau unter physiotherapeutischer Führung |
| Sportspezifik | ab Monat 4–6 | sportartspezifische Belastung, Rückkehr in Kontaktsport nach Freigabe |
| Volle Belastung | ab Monat 6–9 | Bankdrücken mit hohem Gewicht, Wettkampfbelastung |
Was passiert, wenn ein Pectoralis-Riss unbehandelt bleibt?
Ein unbehandelter vollständiger Sehnenriss heilt nicht in seiner ursprünglichen Position aus. Es bleiben ein dauerhaftes Kraftdefizit in Adduktion und Innenrotation, eine sichtbare Asymmetrie der Brustkontur und – abhängig von der sportlichen Anforderung – eine deutliche Leistungseinbuße. Der Schmerz lässt zwar nach, die Funktion kehrt aber nicht vollständig zurück.
Eine spätere Rekonstruktion bleibt möglich, ist jedoch technisch aufwendiger und im Ergebnis weniger vorhersehbar als die frühzeitige Refixierung.
Behandlung bei OA Dr. Gustav Timmel in Wien
OA Dr. Gustav Timmel ist Facharzt für Orthopädie und Traumatologie mit Schwerpunkt Sportverletzungen. Er leitet die Sportambulanz an der Klinik Floridsdorf.
Ablauf der Behandlung
- Erstvorstellung in der Ordination im MSV Ärztezentrum, Invalidenstraße 11/2a, 1030 Wien – klinische Untersuchung und Ultraschall
- Bildgebung – MRT zur Sicherung von Diagnose und Rissausmaß
- Befundbesprechung – Entscheidung konservativ oder operativ, gemeinsam mit dem Patienten
- Operation – bei operativer Indikation an der Klinik Floridsdorf
- Nachbetreuung – Kontrollen und Rehabilitationssteuerung wieder in der Ordination
FAQ
Wie erkenne ich, ob mein Brustmuskel gerissen ist?
Typisch sind ein hörbares Reißen im Verletzungsmoment, sofortiger scharfer Schmerz, Blutergüsse an Brust und Oberarm nach ein bis drei Tagen sowie eine fehlende oder abgeflachte vordere Achselfalte im Seitenvergleich. Sicherheit gibt nur die Bildgebung.
Muss ein Pectoralis-Riss immer operiert werden?
Nein. Teilrisse und Risse im Muskelbauch werden meist konservativ behandelt. Vollständige Sehnenrisse am Oberarmansatz werden bei sportlich aktiven Patienten operativ refixiert, weil nur so die Kraft weitgehend wiederhergestellt wird.
Wie schnell muss operiert werden?
Die Versorgung im akuten Stadium liefert die besseren Ergebnisse, weil sich die Sehne noch direkt refixieren lässt. Bei zurückgezogener, vernarbter Sehne ist häufig eine Rekonstruktion mit Transplantat nötig.
Wann kann ich nach einer Pectoralis-Operation wieder Bankdrücken?
Bankdrücken mit hohem Gewicht ist in der Regel erst nach 6 bis 9 Monaten möglich, abhängig vom Heilungsverlauf und der ärztlichen Freigabe.
Kann ein Pectoralis-Riss von selbst heilen?
Wer ist besonders gefährdet?
Männer zwischen 20 und 40 Jahren im Kraft- und Kontaktsport. Bankdrücken ist der mit Abstand häufigste Verletzungsmechanismus. Anabole Steroide erhöhen das Risiko.